Banyankole
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Kurz erklärt: Die Banyankole (Singular: Munyankole) sind ein Bantu-Volk im Südwesten Ugandas, das rund neun bis zehn Prozent der Bevölkerung stellt. Sie sprechen Runyankole und sind vor allem für die Zucht der Ankole-Langhornrinder mit ihren imposanten Hörnern bekannt. Ihre Heimat ist die historische Region Ankole rund um die Stadt Mbarara.
Wer sind die Banyankole?
Die Banyankole zählen zu den größten Volksgruppen Ugandas: Beim Zensus 2014 gaben rund 3,2 Millionen Menschen an, Banyankole zu sein – etwa jeder zehnte Ugander. Ihr Siedlungsgebiet ist der grüne, hügelige Südwesten des Landes, die frühere Region Ankole mit Distrikten wie Mbarara, Bushenyi, Ntungamo und Ibanda. Das wirtschaftliche Zentrum ist Mbarara, eine der am schnellsten wachsenden Städte Ugandas.
Historisch bestand hier das Königreich Nkore (Ankole), eines der alten Königreiche im Gebiet des heutigen Uganda – neben Buganda, Bunyoro und Toro. 1967 schaffte Präsident Milton Obote alle Königreiche ab; anders als Buganda wurde Ankole nach 1993 nicht offiziell wiederhergestellt. Übrigens: Ugandas langjähriger Präsident Yoweri Museveni stammt selbst aus der Region und ist Munyankole.
Gesellschaft, Rinder und Clans
Traditionell gliederte sich die Gesellschaft der Banyankole in zwei Gruppen: die Bahima, die als Hirten von der Rinderhaltung lebten, und die Bairu, die Ackerbau betrieben – etwa mit Hirse, Bananen (Matoke) und Bohnen. Heute sind diese Grenzen weitgehend verwischt; viele Familien kombinieren Viehhaltung, Landwirtschaft, Handel und Lohnarbeit.
Das wohl bekannteste Symbol der Banyankole ist das Ankole-Langhornrind: Seine Hörner können über eine Spannweite von zwei Metern erreichen. Rinder waren traditionell Brautgabe, Sparbuch und Statussymbol in einem – und Milch samt daraus hergestelltem Ghee ein Grundpfeiler der Ernährung. Clans (ebika) regeln bis heute Zugehörigkeit, Heiratsregeln und gegenseitige Unterstützung. Die Muttersprache Runyankole gehört zu den Bantusprachen und ist mit den Sprachen der Nachbarn, etwa der Bakiga und Banyoro, eng verwandt.
Die Banyankole im heutigen Uganda
- Wirtschaft: Die Ankole-Region ist ein Zentrum der Milchwirtschaft Ugandas; zugleich werden dort Bananen, Bohnen und zunehmend Kaffee angebaut (siehe Kaffeeanbau in Uganda).
- Bildung: Mbarara beherbergt mit der Mbarara University of Science and Technology eine der wichtigsten Universitäten des Landes – viele Ärztinnen und Ärzte Ugandas werden hier ausgebildet.
- Kultur: Reine Ankole-Rinder werden seltener, weil ertragreichere Kreuzungen sie verdrängen; gleichzeitig wachsen Initiativen, die Rasse und die damit verbundenen Traditionen zu erhalten.
So begegnet uns das Thema bei Get It Done
Ehrlich gesagt: Unsere Ganztagesschule mit Waisenheim liegt in Bwembe am Viktoriasee – also im Osten Ugandas, im Gebiet der Basoga, mehrere Hundert Kilometer von der Ankole-Region entfernt. Mit den Banyankole arbeiten wir daher nicht direkt zusammen. Was wir aber vor Ort erleben: Uganda ist ein Land mit über 50 Volksgruppen, und Kinder wachsen ganz selbstverständlich mehrsprachig und zwischen verschiedenen Kulturen auf. Dieses Glossar soll helfen, diese Vielfalt einzuordnen – von den Banyankole im Südwesten bis zu den Basoga an unserem Schulstandort.
Banyankole im Überblick
| Aspekt | Kurzbeschreibung |
|---|---|
| Bevölkerung | Rund 3,2 Millionen (Zensus 2014), ca. 9–10 % der Bevölkerung Ugandas |
| Region | Südwesten Ugandas (ehem. Königreich Ankole), Zentrum Mbarara |
| Sprache | Runyankole, eine Bantusprache; daneben Englisch als Amtssprache |
| Traditionelle Gliederung | Bahima (Hirten) und Bairu (Bauern), organisiert in Clans (ebika) |
| Wirtschaft | Rinderhaltung (Ankole-Langhornrinder, Milch), Bananen, Bohnen, Kaffee |
| Religion | Überwiegend christlich, daneben traditionelle Glaubensvorstellungen |
FAQ – Häufig gestellte Fragen
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wer sind die Banyankole? | Ein Bantu-Volk im Südwesten Ugandas mit rund 3,2 Millionen Angehörigen, beheimatet in der historischen Region Ankole rund um Mbarara. |
| Welche Sprache sprechen die Banyankole? | Runyankole, eine Bantusprache, die eng mit den Sprachen der Nachbarvölker wie Bakiga und Banyoro verwandt ist. |
| Wofür sind die Banyankole bekannt? | Vor allem für die Zucht der Ankole-Langhornrinder, deren Hörner eine Spannweite von über zwei Metern erreichen können. |
| Was waren Bahima und Bairu? | Die traditionelle Zweiteilung der Banyankole-Gesellschaft in Hirten (Bahima) und Bauern (Bairu) – heute sind diese Grenzen weitgehend verwischt. |
| Gibt es das Königreich Ankole noch? | Nein. Es wurde 1967 abgeschafft und – anders als Buganda oder Toro – nach 1993 nicht offiziell wiederhergestellt. |
| Ist Präsident Museveni ein Munyankole? | Ja, Yoweri Museveni stammt aus dem Südwesten Ugandas und gehört zu den Banyankole. |
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