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Glossar zu Uganda

Fischerei Viktoriasee

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Kurz erklärt: Die Fischerei am Viktoriasee ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen Ugandas: Hunderttausende Menschen leben direkt vom Fang von Nilbarsch, Tilapia und Mukene. Der Fisch sichert Ernährung und Einkommen ganzer Dörfer am Ufer des größten Sees Afrikas – steht aber durch Überfischung zunehmend unter Druck.

Was bedeutet Fischerei am Viktoriasee?

Der Viktoriasee ist mit rund 68.800 km² der größte See Afrikas und der zweitgrößte Süßwassersee der Erde. Uganda, Tansania und Kenia teilen sich seine Ufer – und für alle drei Länder ist die Fischerei ein zentraler Wirtschaftszweig. Schätzungen zufolge arbeiten rund 200.000 Menschen direkt als Fischer auf dem See, Millionen weitere leben vom Handel, der Verarbeitung und dem Transport des Fangs. In Uganda gehört Fisch zu den wichtigsten Exportgütern und zugleich zu den günstigsten Eiweißquellen für die eigene Bevölkerung.

Wirtschaftlich dominieren drei Arten: der Nilbarsch (Nile Perch), der in den 1950er-Jahren im See ausgesetzt wurde und heute vor allem für den Export nach Europa gefangen wird, der Tilapia (Buntbarsch), der auf keinem ugandischen Markt fehlt, und der kleine Silberfisch Mukene, der getrocknet verkauft wird und für ärmere Familien oft die einzige bezahlbare Fischmahlzeit ist.

Wie die Fischerei am Viktoriasee funktioniert

Der größte Teil des Fangs stammt nicht von Industrieflotten, sondern von Kleinfischern: Holzboote, oft ohne Motor, mit Netzen oder Langleinen, die abends hinausfahren und im Morgengrauen an den Landestellen (Landing Sites) anlegen. Dort wird der Fisch direkt versteigert, geräuchert, getrocknet oder auf Eis in die Städte wie Jinja, Entebbe und Kampala gebracht. Beim Mukene-Fang locken Lampen die Schwärme nachts an die Oberfläche – die Lichterketten auf dem See sind ein vertrauter Anblick.

Weil die Bestände seit Jahren unter Druck stehen, reguliert der Staat die Fischerei: Mindestmaschenweiten für Netze, Mindestgrößen für Nilbarsch und Tilapia sowie Kontrollen gegen illegale Fangmethoden. In der Praxis ist die Durchsetzung schwierig – viele Familien haben schlicht keine Alternative zum Fischen, auch wenn die Fänge kleiner werden. Deshalb setzen Behörden und Organisationen zunehmend auf lokale Strandkomitees (Beach Management Units), die die Regeln in den Fischerdörfern selbst mittragen.

So erleben wir es vor Ort

Unsere Ganztagesschule mit Waisenheim steht in Bwembe – direkt am Viktoriasee. Der See gehört hier zum Alltag: Fisch vom lokalen Markt ist neben dem, was auf unseren eigenen Feldern wächst, und den Eiern unserer Hühnerfarm ein wichtiger Baustein für die Ernährung der über 270 Kinder. Zugleich sehen wir, wie stark die Familien der Region von den schwankenden Fängen abhängen – ein Grund mehr, warum wir auf unserem 30.000 m² großen Gelände mit Mais, Süßkartoffeln, Cassava, Bananen und weiteren Kulturen auf eine breite eigene Versorgung setzen.

Fischerei am Viktoriasee im Überblick

Aspekt Kurzbeschreibung Relevanz
Wichtigste Arten Nilbarsch (Export), Tilapia (lokale Märkte), Mukene (getrockneter Silberfisch) Sehr hoch
Beschäftigung Rund 200.000 Fischer direkt, Millionen in Handel und Verarbeitung Sehr hoch
Ernährung Fisch ist eine der günstigsten Eiweißquellen Ugandas Sehr hoch
Export Nilbarsch-Filets zählen zu Ugandas wichtigsten Ausfuhrgütern Hoch
Überfischung Sinkende Bestände durch zu enge Netze und Fang von Jungfischen Hoch
Regulierung Mindestmaschenweiten, Mindestgrößen, Beach Management Units Hoch
Umwelt Wasserhyazinthen, Abwässer und Klimaeinflüsse belasten das Ökosystem Mittel

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Frage Antwort
Welche Fische werden im Viktoriasee gefangen? Vor allem Nilbarsch, Tilapia und der kleine Silberfisch Mukene. Der Nilbarsch geht überwiegend in den Export, Tilapia und Mukene auf die lokalen Märkte.
Wie viele Menschen leben von der Fischerei am Viktoriasee? Rund 200.000 Menschen arbeiten direkt als Fischer, Millionen weitere leben in Uganda, Tansania und Kenia vom Handel, der Verarbeitung und dem Transport.
Warum ist der Nilbarsch im Viktoriasee umstritten? Er wurde in den 1950er-Jahren künstlich eingesetzt und verdrängte hunderte heimische Buntbarscharten – wurde aber zugleich zur wichtigsten Einnahmequelle der Region.
Ist der Viktoriasee überfischt? Ja, die Bestände stehen unter Druck: Zu enge Netze und der Fang von Jungfischen lassen die Fänge sinken, weshalb der Staat Fangregeln strenger kontrolliert.
Was sind Beach Management Units? Lokale Komitees an den Landestellen, die gemeinsam mit den Behörden Fangregeln durchsetzen und die Fischerdörfer in die Verwaltung der Bestände einbinden.
Was ist Mukene? Ein fingerlanger Silberfisch, der nachts mit Lampen angelockt und anschließend getrocknet wird – für viele Familien die günstigste Fischmahlzeit Ugandas.

Leben am Viktoriasee – aus erster Hand

Unsere Ganztagesschule mit Waisenheim liegt in Bwembe direkt am Ufer des Viktoriasees. Wer sehen möchte, wie über 270 Kinder dort lernen, wohnen und satt werden, findet hier Einblicke in unser Center und unser Land.

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