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Glossar zu Uganda

Karuma-Staudamm

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Kurz erklärt: Der Karuma-Staudamm ist mit 600 Megawatt das größte Wasserkraftwerk Ugandas. Er liegt am Victoria-Nil bei den Karuma-Fällen im Norden des Landes und ging 2024 vollständig ans Netz. Damit deckt das Kraftwerk einen erheblichen Teil des ugandischen Strombedarfs – ein Meilenstein für ein Land, in dem viele Haushalte noch gar keinen Netzanschluss haben.

Was ist der Karuma-Staudamm?

Der Karuma-Staudamm (englisch: Karuma Hydroelectric Power Station) ist Ugandas leistungsstärkstes Kraftwerk. Er staut den Victoria-Nil an den Karuma-Fällen im Distrikt Kiryandongo, rund 270 Kilometer nördlich von Kampala an der Fernstraße Richtung Gulu. Gebaut wurde die Anlage ab 2013 vom chinesischen Konzern Sinohydro; finanziert wurde das Milliardenprojekt zum Großteil über einen Kredit der chinesischen Exim-Bank. Nach mehreren Verzögerungen wurde das Kraftwerk 2024 offiziell eingeweiht.

Für die Entwicklung Ugandas ist Karuma ein Schlüsselprojekt: Nur ein Teil der Bevölkerung – vor allem in den Städten – hat Zugang zum Stromnetz, auf dem Land sind es deutlich weniger. Mehr und günstigerer Strom ist die Voraussetzung dafür, dass Schulen, Gesundheitsstationen und kleine Betriebe verlässlich arbeiten können. Mehr dazu im Überblick unter Energieversorgung Uganda.

Wie der Karuma-Staudamm Strom erzeugt

Das Prinzip ist klassische Laufwasserkraft am Nil: Ein Wehr staut den Fluss oberhalb der Karuma-Fälle leicht an. Das Wasser wird durch Stollen in ein unterirdisches Maschinenhaus geleitet – eine Besonderheit von Karuma, denn die sechs Turbinen mit je 100 Megawatt liegen tief im Felsen. Dort treibt das fallende Wasser die Turbinen an, Generatoren wandeln die Bewegung in elektrische Energie um, und Hochspannungsleitungen speisen den Strom ins nationale Netz ein. Anschließend fließt das Wasser zurück in den Nil und weiter Richtung Murchison-Falls-Nationalpark. Weil kein riesiger Stausee nötig ist, hält sich der Eingriff in die Landschaft im Vergleich zu klassischen Talsperren in Grenzen.

Was der Strom aus Karuma im Alltag bewirkt

  • Schulen und Gesundheitszentren in bisher schlecht versorgten Regionen können ans Netz angeschlossen werden – Licht am Abend, Kühlung für Medikamente, Strom für Lernmaterial.
  • Handwerksbetriebe, Mühlen und Werkstätten arbeiten mit Maschinen statt reiner Muskelkraft und können mehr Menschen beschäftigen.
  • Zusammen mit dem älteren Bujagali-Staudamm und weiteren Staudämmen in Uganda soll Karuma die häufigen Stromabschaltungen verringern und Strom langfristig günstiger machen.

So erleben wir es vor Ort

Unsere Ganztagesschule mit Waisenheim in Bwembe am Viktoriasee liegt zwar weit südlich von Karuma, hängt aber am selben nationalen Netz – und da gehören Stromausfälle für unsere über 270 Kinder zum Alltag. Wenn der Strom weg ist, fällt eben auch mal das Licht im Klassenzimmer aus. Deshalb setzen wir bei den Grundbedürfnissen auf eigene, unabhängige Lösungen: 2024 haben wir einen 30 Meter tiefen Trinkwasserbrunnen gebohrt, und unsere Felder und die Hühnerfarm mit 50 Hennen versorgen die Kinder unabhängig von jeder Infrastruktur. Jedes zusätzliche Kraftwerk wie Karuma macht das Leben vor Ort trotzdem spürbar planbarer.

Karuma-Staudamm im Überblick

Aspekt Kurzbeschreibung Relevanz
Leistung 600 Megawatt (6 Turbinen à 100 MW) Größtes Kraftwerk Ugandas
Standort Victoria-Nil an den Karuma-Fällen, Distrikt Kiryandongo Nordwestlich von Kampala, an der Straße nach Gulu
Bauzeit 2013 bis 2024 (Einweihung) Mehrjährige Verzögerungen, u. a. durch Baumängel und Corona
Bau & Finanzierung Sinohydro (China), Kredit der chinesischen Exim-Bank Kosten von rund 1,7 Milliarden US-Dollar
Besonderheit Unterirdisches Maschinenhaus im Fels Vergleichsweise geringer Eingriff in die Landschaft
Energiequelle Wasserkraft des Nils, erneuerbar und CO2-arm Grundpfeiler der ugandischen Stromversorgung

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Frage Antwort
Wo liegt der Karuma-Staudamm? Am Victoria-Nil bei den Karuma-Fällen im Distrikt Kiryandongo in Norduganda, rund 270 Kilometer nördlich von Kampala.
Wie viel Strom erzeugt der Karuma-Staudamm? Das Kraftwerk hat eine Leistung von 600 Megawatt aus sechs Turbinen und ist damit das größte Kraftwerk Ugandas.
Wann wurde der Karuma-Staudamm fertiggestellt? Nach Baubeginn 2013 ging das Kraftwerk 2024 vollständig in Betrieb und wurde offiziell eingeweiht.
Wer hat den Karuma-Staudamm gebaut und bezahlt? Gebaut hat ihn der chinesische Konzern Sinohydro; der Großteil der rund 1,7 Milliarden US-Dollar wurde über einen Kredit der chinesischen Exim-Bank finanziert.
Warum ist der Damm für Uganda so wichtig? Viele Ugander haben keinen Stromanschluss und Stromausfälle sind häufig; Karuma erhöht die Erzeugungskapazität des Landes deutlich und soll Strom verlässlicher und günstiger machen.
Gibt es Kritik am Karuma-Staudamm? Ja – vor allem an Bauverzögerungen, Baumängeln und der hohen Verschuldung gegenüber China; dank des unterirdischen Maschinenhauses gilt der Eingriff in die Natur aber als vergleichsweise moderat.

Strom aus Karuma – Zukunft für Ugandas Kinder

Große Kraftwerke wie Karuma verbessern die Infrastruktur – doch was Kinder täglich brauchen, entsteht im Kleinen: Unterricht, Mahlzeiten, sauberes Wasser. Genau das schaffen wir mit unserer Ganztagesschule in Bwembe am Viktoriasee.

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