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Glossar zu Uganda

Schulgebühren

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Kurz erklärt: Schulgebühren („school fees") sind die Beiträge, die Familien in Uganda für den Schulbesuch ihrer Kinder zahlen müssen – für Unterricht, Prüfungen, Uniform, Material und oft auch Verpflegung. Obwohl die staatliche Grundschule offiziell gebührenfrei ist, kommen in der Praxis zahlreiche Nebenkosten zusammen. Für viele Familien sind sie der Hauptgrund, warum Kinder nicht oder nur unregelmäßig zur Schule gehen.

Was sind Schulgebühren in Uganda?

Schulgebühren sind in Uganda weit mehr als das reine Schulgeld. Zwar hat die Regierung mit dem Programm „Universal Primary Education" (UPE) bereits 1997 den kostenlosen Grundschulbesuch eingeführt – doch staatliche Schulen sind chronisch unterfinanziert und verlangen deshalb häufig Zusatzbeiträge: für Prüfungen, Baumaßnahmen, Mittagessen oder Lernmaterial. Dazu kommen Pflichtausgaben wie Schuluniform, Hefte und Stifte, die die Familie selbst tragen muss.

Bei einem Durchschnittseinkommen von oft nur wenigen Euro pro Tag und Familien mit fünf oder mehr Kindern (siehe Bevölkerungswachstum in Uganda) summieren sich diese Kosten schnell zu einer unüberwindbaren Hürde. Schulgebühren gelten deshalb als einer der wichtigsten Gründe für die hohe Abbrecherquote: Viele Kinder beginnen die Schule, müssen sie aber abbrechen, sobald das Geld für das nächste Trimester fehlt.

Wie Schulgebühren erhoben werden

Das Schuljahr in Uganda ist in drei Trimester gegliedert – die Gebühren („fees") werden in der Regel zu Beginn jedes Trimesters fällig. Wer nicht zahlt, wird oft nach Hause geschickt („sent home for fees") und verpasst Unterricht, bis die Familie das Geld aufgebracht hat. Die Höhe variiert enorm:

  • Staatliche Grundschulen (UPE): offiziell gratis, in der Praxis fallen aber Nebenkosten von umgerechnet etwa 5–20 Euro pro Trimester an.
  • Private Grundschulen: je nach Qualität und Region etwa 15–80 Euro pro Trimester – für viele Familien auf dem Land unerschwinglich.
  • Sekundarschulen und Internate: deutlich teurer, oft 100 Euro und mehr pro Trimester; ein Grund, warum nur ein Bruchteil der Kinder die Sekundarstufe erreicht.

Gezahlt wird in Uganda-Schilling, häufig per Mobile Money oder – gerade auf dem Land – auch in Naturalien wie einem Sack Mais oder Bohnen. Manche Schulen gewähren Ratenzahlung oder Ermäßigungen; verbreiteter ist Hilfe von außen, etwa durch Verwandte, Kirchengemeinden oder ein Stipendium von Hilfsorganisationen.

Warum Schulgebühren über Bildungschancen entscheiden

Die Wirkung der Gebühren zeigt sich direkt in den Bildungsstatistiken: Die Einschulungsquote in der Grundschule ist dank UPE hoch, doch weniger als ein Drittel der Kinder schließt die siebte Klasse ab. Besonders betroffen sind Mädchen, Waisen und Kinder aus ländlichen Regionen – wenn das Geld knapp wird, werden zuerst sie aus der Schule genommen. Wer die Schule abbricht, bleibt meist ohne Abschluss, ohne Ausbildung und damit im Kreislauf der Armut. Mehr zum Aufbau des Schulsystems im Beitrag Bildungssystem Uganda.

So erleben wir es vor Ort

Genau an diesem Punkt setzt unsere Arbeit an: Get It Done betreibt in Bwembe, direkt am Viktoriasee, eine Ganztagesschule mit Waisenheim für über 270 Kinder – ohne dass die Familien Schulgebühren zahlen müssen. Viele unserer Kinder könnten sich sonst keinen Schulbesuch leisten. Damit das dauerhaft funktioniert, machen wir das Center Schritt für Schritt unabhängiger: Eigene Felder mit Mais, Süßkartoffeln, Erdnüssen, Cassava und Obstbäumen sowie eine Hühnerfarm mit 50 Hennen decken einen Teil der Verpflegung, ein 30 Meter tiefer Brunnen liefert seit 2024 sauberes Trinkwasser. So senken wir laufende Kosten, die andernorts über Gebühren an die Familien weitergegeben würden. Der Verein arbeitet dabei zu 100 % ehrenamtlich aus Österreich.

Schulgebühren im Überblick

Aspekt Situation in Uganda Bedeutung
Staatliche Grundschule Offiziell gratis (UPE seit 1997), aber Nebenkosten für Prüfungen, Essen, Material Sehr hoch
Private Schulen Volle Gebühren, dafür oft kleinere Klassen und bessere Ausstattung Hoch
Nebenkosten Uniform, Hefte, Stifte, Prüfungsgebühren – auch an „kostenlosen" Schulen Sehr hoch
Zahlungsrhythmus Pro Trimester (3× pro Schuljahr), bei Rückstand droht Ausschluss vom Unterricht Hoch
Folgen für Kinder Unterbrochener Schulbesuch, hohe Abbrecherquote, besonders bei Mädchen und Waisen Sehr hoch
Lösungsansätze Stipendien, Patenschaften, gebührenfreie Schulen von NGOs, Ratenzahlung Wichtig

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Frage Antwort
Ist die Schule in Uganda nicht kostenlos? Offiziell ja: Seit 1997 gibt es die gebührenfreie Grundschule (Universal Primary Education). In der Praxis fallen aber Nebenkosten für Uniform, Material, Prüfungen und Verpflegung an, die viele Familien nicht stemmen können.
Wie hoch sind Schulgebühren in Uganda? Je nach Schule sehr unterschiedlich: von rund 5–20 Euro Nebenkosten pro Trimester an staatlichen Grundschulen bis über 100 Euro pro Trimester an Sekundarschulen und Internaten.
Was passiert, wenn eine Familie die Schulgebühren nicht zahlen kann? Das Kind wird meist nach Hause geschickt und darf erst wiederkommen, wenn gezahlt wurde. Häufige Unterbrechungen führen oft zum endgültigen Schulabbruch.
Warum brechen so viele Kinder in Uganda die Schule ab? Schulgebühren und Nebenkosten sind der häufigste Grund: Weniger als ein Drittel der Kinder schließt die siebte Grundschulklasse ab, besonders betroffen sind Mädchen und Waisen.
Wie kann man Kindern in Uganda den Schulbesuch ermöglichen? Über Stipendien, Patenschaften oder gebührenfreie Schulen von Hilfsorganisationen – so wie die Ganztagesschule von Get It Done in Bwembe, die über 270 Kinder kostenlos unterrichtet und verpflegt.

Schule ohne Schulgebühren – geht das?

In unserer Ganztagesschule in Bwembe lernen über 270 Kinder, deren Familien sich Schulgebühren nie leisten könnten. Wie das Center am Viktoriasee funktioniert, zeigen wir hier.

Unsere Ganztagesschule kennenlernen