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Glossar zu Uganda

Trockenzeit in Uganda

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Kurz erklärt: Die Trockenzeit in Uganda umfasst die Monate mit wenig oder keinem Regen – im Süden meist Dezember bis Februar und Juni bis August. In diesen Wochen sinken Bodenfeuchte und Wasserstände, Felder tragen kaum, und sauberes Trinkwasser wird vielerorts knapp. Für Landwirtschaft und Hilfsprojekte ist sie die entscheidende Planungsgröße im Jahr.

Erklärung

Als Trockenzeit bezeichnet man in Uganda die Jahresabschnitte, in denen die Niederschläge deutlich zurückgehen oder ganz ausbleiben. Da Uganda am Äquator liegt, gibt es keine vier Jahreszeiten wie in Europa, sondern einen Wechsel aus Regenzeiten und Trockenzeiten. Im Süden des Landes – etwa rund um den Viktoriasee – teilen zwei Trockenzeiten das Jahr: ungefähr Dezember bis Februar und Juni bis August. Der Norden, besonders die Region Karamoja, hat dagegen nur eine, dafür lange Trockenzeit von etwa November bis März.

Weil rund 70 Prozent der Menschen in Uganda von der Landwirtschaft leben und fast alle Felder ausschließlich vom Regen bewässert werden, bestimmt die Trockenzeit den Rhythmus des gesamten Jahres: Aussaat und Ernte richten sich nach ihr, ebenso Nahrungsmittelpreise, Schulbesuch und Gesundheit. Fällt eine Regenzeit schwächer aus als erwartet, verlängert sich die Trockenphase – mit Ernteausfällen und Wassermangel als direkter Folge.

Was in der Trockenzeit passiert

Ausgelöst wird der Wechsel von Regen- und Trockenzeit durch die Wanderung der innertropischen Konvergenzzone, eines Tiefdruckgürtels, der zweimal im Jahr über Uganda hinwegzieht. Steht er nördlich oder südlich des Landes, bleibt der Regen aus. In der Trockenzeit steigen die Tagestemperaturen häufig auf über 30 °C, der Boden trocknet aus und wird hart, kleinere Bäche und flache Brunnen versiegen. Das Klima in Uganda ist zwar insgesamt mild und feucht, doch gerade deshalb sind viele Haushalte kaum auf längere Dürreperioden vorbereitet.

Konkret bedeutet das: Frauen und Kinder legen weite Wege zu den verbliebenen Wasserstellen zurück, das Wasser dort ist oft verschmutzt, und Krankheiten wie Durchfall nehmen zu. Auf den Märkten steigen die Preise für Grundnahrungsmittel wie Matoke, Mais und Bohnen, weil das Angebot aus der letzten Ernte schrumpft. Gleichzeitig ist die Trockenzeit auch Arbeitszeit: Jetzt werden Felder vorbereitet, Häuser gebaut und Ernten getrocknet und eingelagert – Ziegel und Erdnüsse etwa brauchen genau diese regenfreien Wochen.

So erleben wir die Trockenzeit vor Ort

Unsere Ganztagesschule mit Waisenheim in Bwembe liegt direkt am Viktoriasee – über 270 Kinder müssen dort jeden Tag essen und trinken, egal ob es regnet oder nicht. Deshalb war der 30 Meter tiefe Trinkwasserbrunnen, den wir 2024 gebohrt haben, eine der wichtigsten Investitionen des Vereins: Er erreicht Grundwasserschichten, die auch in der Trockenzeit nicht versiegen, während flache Wasserstellen in der Umgebung austrocknen.

Auch unsere Felder mit Mais, Süßkartoffeln, Erdnüssen, Cassava und Amaranth planen wir um die Trockenzeiten herum: Gepflanzt wird zu Beginn der Regenzeit, geerntet und eingelagert vor der Trockenphase. Robuste Kulturen wie Cassava überstehen Trockenwochen im Boden, und Bananen, Mango- und Orangenbäume tragen dank der Nähe zum See auch dann noch. So bleibt die Versorgung der Kinder das ganze Jahr über stabil.

Trockenzeit im Überblick

Aspekt Kurzbeschreibung Bedeutung
Zeitraum (Süden) Ca. Dezember–Februar und Juni–August Zwei kürzere Trockenzeiten, zwei Anbauzyklen pro Jahr möglich
Zeitraum (Norden) Eine lange Trockenzeit, ca. November–März Nur eine Ernte pro Jahr, höheres Dürrerisiko (z. B. Karamoja)
Wasser Flache Brunnen und Bäche versiegen, Grundwasser sinkt Tiefbrunnen und Regenwasserspeicher werden überlebenswichtig
Landwirtschaft Kaum Pflanzenwachstum, Zeit für Ernte-Lagerung und Feldvorbereitung Bestimmt Aussaat, Erntezeitpunkt und Vorratshaltung
Gesundheit Wassermangel erschwert Hygiene, verschmutzte Wasserstellen Mehr Durchfallerkrankungen, Bedarf an sauberem Trinkwasser steigt
Preise Grundnahrungsmittel verteuern sich zum Ende der Trockenzeit Belastet arme Familien am stärksten

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Frage Antwort
Wann ist Trockenzeit in Uganda? Im Süden meist von Dezember bis Februar und von Juni bis August; im Norden gibt es nur eine lange Trockenzeit von etwa November bis März.
Wie heiß wird es in der Trockenzeit in Uganda? Tagsüber häufig 28 bis über 30 °C, im trockenen Norden auch mehr. Nachts kühlt es dank der Höhenlage vielerorts angenehm ab.
Ist die Trockenzeit die beste Reisezeit für Uganda? Ja, für Safaris und Gorilla-Trekking gelten Dezember bis Februar und Juni bis August als beste Monate, weil Pisten und Wanderwege gut passierbar sind.
Wie wirkt sich die Trockenzeit auf die Landwirtschaft aus? Ohne Regen wächst auf den fast ausschließlich regenbewässerten Feldern kaum etwas; angebaut wird in den Regenzeiten, die Trockenzeit dient Ernte-Lagerung und Feldvorbereitung.
Woher kommt das Trinkwasser in der Trockenzeit? Aus tiefen Bohrbrunnen, Regenwassertanks oder Seen und Flüssen – flache Brunnen und Bäche trocknen oft aus, weshalb Tiefbrunnen so wichtig sind.
Wie bereiten sich Gemeinden auf die Trockenzeit vor? Durch Vorratshaltung nach der Ernte, Wasserspeicher, tiefe Brunnen und trockenheitstolerante Pflanzen wie Cassava oder Süßkartoffeln.

Wasser und Ernten, die die Trockenzeit überstehen

Mit unserem 30 Meter tiefen Brunnen und eigenen Feldern am Viktoriasee versorgen wir über 270 Kinder in Bwembe das ganze Jahr – auch wenn monatelang kein Regen fällt. Schauen Sie sich an, was dort entstanden ist.

Unsere Schule am Viktoriasee entdecken