Anglikanische Kirche Uganda
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Kurz erklärt: Die Anglikanische Kirche Uganda (Church of Uganda) ist mit rund einem Drittel der Bevölkerung – etwa 14 Millionen Mitgliedern – eine der beiden großen Kirchen des Landes und nach Nigeria die zweitgrößte Provinz der weltweiten Anglikanischen Gemeinschaft. Neben Gottesdiensten trägt sie tausende Schulen und viele Gesundheitseinrichtungen und prägt damit den Alltag in fast jedem Dorf Ugandas.
Was ist die Anglikanische Kirche Uganda?
Die Anglikanische Kirche Uganda – offiziell Church of Uganda, im Alltag oft „Church of Uganda" oder schlicht „Protestanten" genannt – ist eine eigenständige Provinz der weltweiten Anglikanischen Gemeinschaft. Ihre Wurzeln reichen bis 1877 zurück, als die ersten Missionare der britischen Church Missionary Society an den Hof des Königreichs Buganda kamen. Die Ermordung junger christlicher Hofpagen 1885–1887, der berühmten „Uganda-Märtyrer", machte das Land früh zu einem Zentrum des ostafrikanischen Christentums. 1961, kurz vor der Unabhängigkeit Ugandas, wurde die Kirche eine eigenständige Provinz mit eigenem Erzbischof.
Heute gehören ihr je nach Zählung 30 bis 36 Prozent der Ugander an – nur die Katholische Kirche ist ähnlich groß. Ein dunkles Kapitel ihrer Geschichte: 1977 ließ Diktator Idi Amin den anglikanischen Erzbischof Janani Luwum ermorden, weil dieser das Regime offen kritisiert hatte. Luwum gilt bis heute als Märtyrer, sein Todestag (16. Februar) ist in Uganda ein nationaler Gedenktag.
Aufbau: Diözesen, Gemeinden und ein dichtes Netzwerk
Die Kirche ist hierarchisch organisiert: An der Spitze steht der Erzbischof von Uganda mit Sitz auf dem Namirembe-Hügel in Kampala. Darunter gliedert sich die Kirche in über 35 Diözesen, die jeweils von einem Bischof geleitet werden, und weiter in tausende Kirchengemeinden bis ins kleinste Dorf. Genau diese Struktur macht sie für die Entwicklungsarbeit so bedeutsam: Wo staatliche Verwaltung dünn ist, ist die Ortsgemeinde oft die verlässlichste Anlaufstelle – für Schule, Gesundheitsaufklärung oder Konfliktlösung.
Historisch gewachsen ist auch ihre Rolle als Bildungsträgerin: Ein großer Teil der traditionsreichen Schulen Ugandas – darunter viele der ältesten Sekundarschulen – wurde von anglikanischen Missionen gegründet und wird bis heute in kirchlicher Trägerschaft geführt. Dazu kommen Krankenhäuser, Gesundheitszentren und die kirchliche Uganda Christian University in Mukono.
Beispiele: Wo die Kirche im Alltag sichtbar wird
- Bildung: Tausende Grund- und Sekundarschulen im Land tragen „Church of Uganda" im Namen – die Kirche stellt Land und Trägerschaft, der Staat zahlt oft die Lehrergehälter.
- Gesundheit: Über das kirchliche Gesundheitsnetzwerk (Uganda Protestant Medical Bureau) werden Kliniken betrieben und Kampagnen etwa zur HIV/AIDS-Aufklärung oder Malaria-Prävention durchgeführt.
- Gesellschaft: Bischöfe und Pfarrer sind respektierte Stimmen in Dorfversammlungen, bei Landkonflikten und in nationalen Debatten.
So erleben wir es vor Ort
In Bwembe am Viktoriasee, wo Get It Done eine Ganztagesschule mit Waisenheim für über 270 Kinder betreibt, gehört der Kirchgang für viele Familien selbstverständlich zum Sonntag – anglikanische und katholische Gemeinden liegen oft nur wenige Hundert Meter auseinander. Der Glaube ist im Dorfleben kein Randthema, sondern Rückgrat des Zusammenhalts. Auch deshalb betreiben wir zehn Gehminuten von der Schule entfernt eine eigene Bibel- und Berufsschule mit 30 Studenten, die neben biblischer Ausbildung ein Handwerk (Zimmerer oder Maurer) erlernen – ganz in der ugandischen Tradition, dass Kirche und praktische Lebenshilfe zusammengehören.
Die Anglikanische Kirche Uganda im Überblick
| Aspekt | Fakten | Bedeutung |
|---|---|---|
| Größe | Ca. 30–36 % der Bevölkerung, rund 14 Mio. Mitglieder | Zweitgrößte anglikanische Provinz weltweit (nach Nigeria) |
| Gründung | Mission ab 1877, eigenständige Provinz seit 1961 | Eine der ältesten Kirchen Ostafrikas |
| Struktur | Erzbischof in Kampala, über 35 Diözesen, tausende Gemeinden | Präsenz bis ins kleinste Dorf |
| Bildung | Trägerin tausender Schulen und der Uganda Christian University | Zentrale Säule des Bildungssystems |
| Gesundheit | Kirchliches Netzwerk aus Krankenhäusern und Gesundheitszentren | Versorgung auch in abgelegenen Regionen |
| Geschichte | Uganda-Märtyrer (1885–87), Erzbischof Luwum ermordet 1977 | Tief im nationalen Gedächtnis verankert |
FAQ – Häufig gestellte Fragen
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was ist die Anglikanische Kirche Uganda? | Die Church of Uganda ist die anglikanische Provinz Ugandas und mit rund 14 Millionen Mitgliedern nach der katholischen Kirche die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft des Landes. |
| Wie viele Anglikaner gibt es in Uganda? | Je nach Zählung gehören 30 bis 36 Prozent der Bevölkerung zur anglikanischen Kirche – das sind etwa 14 Millionen Menschen. |
| Seit wann gibt es die anglikanische Kirche in Uganda? | Die ersten anglikanischen Missionare kamen 1877 nach Buganda; seit 1961 ist die Church of Uganda eine eigenständige Provinz mit eigenem Erzbischof. |
| Wer waren die Uganda-Märtyrer? | Junge christliche Hofpagen, die 1885–1887 auf Befehl des Königs von Buganda hingerichtet wurden; ihr Gedenktag am 3. Juni ist heute Nationalfeiertag. |
| Was geschah mit Erzbischof Janani Luwum? | Der anglikanische Erzbischof wurde 1977 auf Befehl von Diktator Idi Amin ermordet, weil er das Regime kritisiert hatte; sein Todestag ist ein nationaler Gedenktag. |
| Welche Rolle spielt die Kirche in der Entwicklungsarbeit? | Durch ihr Netzwerk aus Gemeinden, Schulen und Kliniken erreicht sie Menschen auch in abgelegenen Regionen und ist ein häufiger Partner von Hilfsorganisationen. |
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