office@verein-getitdone.org

Glossar zu Uganda

Christentum in Uganda

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Kurz erklärt: Das Christentum in Uganda ist mit rund 84 % Anteil an der Bevölkerung die mit Abstand größte Religion des Landes. Die stärksten Konfessionen sind die römisch-katholische und die anglikanische Kirche, dazu kommen schnell wachsende Pfingstkirchen. Kirchen prägen in Uganda nicht nur den Sonntag, sondern auch Schulen, Krankenhäuser und das Gemeinschaftsleben.

Erklärung

Das Christentum in Uganda ist die dominierende Religion: Nach der letzten Volkszählung bekennen sich rund 84 % der Ugander zum christlichen Glauben. Etwa 39 % sind römisch-katholisch, rund 32 % gehören der anglikanischen Kirche (Church of Uganda) an, und etwa 11 % zählen zu den stark wachsenden Pfingst- und Freikirchen. Der Rest verteilt sich vor allem auf den Islam (rund 14 % der Gesamtbevölkerung) und traditionelle Glaubensrichtungen.

Seine Wurzeln hat das ugandische Christentum in der Missionsgeschichte des 19. Jahrhunderts: 1877 kamen anglikanische Missionare der Church Missionary Society an den Hof des Königreichs Buganda, 1879 folgten die katholischen „Weißen Väter". Ein prägendes Ereignis sind die Uganda-Märtyrer: Zwischen 1885 und 1887 wurden 45 junge christliche Konvertiten hingerichtet. Ihr Gedenktag, der 3. Juni (Martyrs' Day), ist heute nationaler Feiertag und zieht jedes Jahr Hunderttausende Pilger nach Namugongo bei Kampala.

Wie das Christentum den Alltag in Uganda prägt

Kirchen sind in Uganda weit mehr als Orte des Gottesdienstes. Historisch bauten die Missionsgesellschaften die ersten Schulen und Krankenhäuser des Landes auf – bis heute wird ein erheblicher Teil des Bildungssystems und des Gesundheitswesens von kirchlichen Trägern mitgetragen. Die lokale Gemeinde ist oft das soziale Zentrum eines Dorfes: Dort werden Nachbarschaftshilfe organisiert, Konflikte geschlichtet und Feste gefeiert. Gottesdienste dauern häufig mehrere Stunden, mit viel Musik, Chören und Tanz – Glaube wird in Uganda sichtbar und hörbar gelebt.

Für Hilfsorganisationen sind Kirchen wichtige Türöffner: Wer mit den Gemeinden vor Ort zusammenarbeitet, erreicht die Menschen dort, wo sie ohnehin zusammenkommen, und baut Vertrauen deutlich schneller auf.

Beispiele aus der Praxis

  • Kirchliche Schulträger betreiben landesweit tausende Grund- und Sekundarschulen, oft in Regionen ohne staatliche Angebote.
  • Gemeinden organisieren gemeinsam mit NGOs Aufklärungskampagnen, etwa zu HIV/AIDS, Hygiene oder Malaria-Prävention.
  • Am Martyrs' Day (3. Juni) pilgern Gläubige aus ganz Ostafrika nach Namugongo – ein Beispiel für die gesellschaftliche Kraft des Glaubens.

So erleben wir es vor Ort

Auch die Arbeit von Get It Done in Bwembe am Viktoriasee ist christlich geprägt: Der Glaube ist für die Menschen dort selbstverständlicher Teil des Alltags – Lieder, Gebete und Gemeinschaft gehören an unserer Ganztagesschule mit über 270 Kindern einfach dazu. Zehn Gehminuten vom Schulgelände entfernt betreiben wir zudem eine kombinierte Bibel- und Berufsschule, an der 30 Studenten neben biblischer Ausbildung ein Handwerk als Zimmerer oder Maurer erlernen. Diese Verbindung von Glaube und praktischer Lebensperspektive entspricht genau dem, was Kirchen in Uganda seit jeher leisten.

Die Konfessionen im Überblick

Konfession / Gruppe Anteil (ca.) Besonderheit
Römisch-katholische Kirche 39 % Größte Einzelkonfession; seit 1879 im Land, starke Träger von Schulen und Kliniken
Anglikanische Kirche (Church of Uganda) 32 % Seit 1877; historisch eng mit dem Königreich Buganda und dem Staat verbunden
Pfingst- und Freikirchen 11 % Am schnellsten wachsende Gruppe, besonders in Städten stark vertreten
Weitere christliche Gemeinschaften ca. 2 % U. a. Siebenten-Tags-Adventisten und orthodoxe Christen
Islam 14 % Größte nichtchristliche Religion, v. a. im Osten und in den Städten

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Frage Antwort
Wie viele Christen gibt es in Uganda? Rund 84 % der etwa 46 Millionen Ugander sind Christen – überwiegend katholisch (ca. 39 %) und anglikanisch (ca. 32 %).
Seit wann gibt es das Christentum in Uganda? Seit 1877: Zuerst kamen anglikanische Missionare, 1879 folgten katholische Missionare an den Königshof von Buganda.
Wer waren die Uganda-Märtyrer? 45 junge christliche Konvertiten, die zwischen 1885 und 1887 hingerichtet wurden. Ihr Gedenktag am 3. Juni ist nationaler Feiertag.
Welche Rolle spielen Kirchen in der Entwicklungsarbeit? Kirchen tragen einen großen Teil der Schulen und Gesundheitseinrichtungen und sind für Hilfsprojekte wichtige Partner vor Ort.
Gibt es neben dem Christentum andere Religionen in Uganda? Ja, vor allem den Islam mit rund 14 % der Bevölkerung sowie traditionelle afrikanische Glaubensrichtungen.
Wie religiös ist der Alltag in Uganda? Sehr: Gottesdienste, Gebete und Kirchenmusik gehören für die meisten Menschen fest zum Wochenrhythmus und zum Gemeinschaftsleben.

Glaube, der Hände und Füße bekommt

Was das Christentum in Uganda bewirken kann, erleben wir jeden Tag: An unserer Bibel- und Berufsschule verbinden 30 junge Menschen biblische Ausbildung mit einem Handwerk als Zimmerer oder Maurer.

Unsere Bibel- und Berufsschule kennenlernen