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Glossar zu Uganda

Pfingstkirchen in Uganda

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Kurz erklärt: Pfingstkirchen in Uganda sind christliche Gemeinden, die die persönliche Erfahrung des Heiligen Geistes in den Mittelpunkt stellen – mit lebendigem Lobpreis, Gebet und Heilungsdiensten. Sie zählen zu den am schnellsten wachsenden Glaubensgemeinschaften des Landes: Rund jeder zehnte Ugander gehört heute einer pfingstlichen oder „Born-again“-Gemeinde an.

Erklärung

Pfingstkirchen in Uganda – oft auch „Balokole“ (die Erretteten) oder „Born-again Churches“ genannt – sind evangelikale Gemeinden, die ihren Glauben auf die Erfahrung des Heiligen Geistes gründen. Bei der Volkszählung 2014 bezeichneten sich rund 11 Prozent der Ugander als Pfingstler; seither ist die Bewegung weiter gewachsen. Damit bilden Pfingstkirchen nach der katholischen und der anglikanischen Kirche die drittgrößte christliche Gruppe des Landes. Ihr Wachstum begann vor allem in den 1980er-Jahren, nach dem Ende der Diktatur unter Idi Amin, der freikirchliche Gemeinden zeitweise verboten hatte.

Für die Entwicklungsarbeit sind Pfingstkirchen wichtig, weil sie eng geknüpfte Gemeinschaftsnetzwerke bilden: Sie fangen Menschen in Krisen auf, organisieren Nachbarschaftshilfe und betreiben vielerorts Schulen, Waisenhäuser und Gesundheitsprogramme. Wer in Uganda ein Hilfsprojekt aufbaut, kommt an den Kirchen als sozialem Rückgrat der Dörfer kaum vorbei.

Wie Pfingstgemeinden in Uganda funktionieren

Eine typische Pfingstgemeinde entsteht von unten: Ein Pastor gründet mit wenigen Familien eine Versammlung, die zunächst unter einem Blechdach oder im Freien zusammenkommt und mit der Gemeinde wächst. Geleitet wird sie von Pastoren und Ältesten, getragen von der aktiven Mitwirkung aller – vom Chor über die Sonntagsschule bis zu Gebetsgruppen unter der Woche. Kennzeichen sind mehrstündige, lebendige Gottesdienste mit Musik und Tanz, persönliche Zeugnisse, Geistestaufe und Gebete um Heilung. Neben tausenden kleinen Dorfgemeinden gibt es in Kampala auch Megakirchen mit mehreren zehntausend Besuchern pro Wochenende.

Finanziert werden die Gemeinden fast ausschließlich durch Kollekten und den „Zehnten“ ihrer Mitglieder – staatliche Unterstützung gibt es nicht. Das macht die Kirchen unabhängig, führt aber auch dazu, dass die Qualität stark vom jeweiligen Pastor abhängt: Neben seriöser Gemeindearbeit gibt es vereinzelt auch Prediger, die Wohlstandsversprechen zur Selbstbereicherung nutzen. Uganda diskutiert deshalb seit Jahren über eine Registrierungspflicht für Kirchen.

Rolle im Alltag: Beispiele

  • Dorfgemeinden sammeln für Familien in Not – etwa nach Todesfällen, Ernteausfällen oder bei Krankenhauskosten.
  • Viele Pfingstkirchen betreiben eigene Grundschulen und Kindergärten, weil staatliche Schulen überfüllt sind.
  • Jugendgruppen und Chöre geben jungen Menschen Struktur, Gemeinschaft und Aufgaben – gerade dort, wo es kaum Freizeitangebote gibt.
  • Gemeinden organisieren Aufklärungskampagnen, etwa zu HIV-Prävention, Hygiene oder Malaria-Schutz.

So erleben wir es vor Ort

Auch die Arbeit von Get It Done in Bwembe am Viktoriasee ist christlich geprägt: Zu unserem Projekt gehört neben der Ganztagesschule mit über 270 Kindern eine kombinierte Bibel- und Berufsschule, in der 30 Studenten sowohl biblische Grundlagen als auch ein Handwerk – Zimmerer oder Maurer – lernen. Was wir dabei täglich sehen, deckt sich mit der Rolle der Pfingstbewegung im Land: Der Glaube ist für viele Menschen in Uganda kein Randthema, sondern Motivation und Halt im Alltag. Gleichzeitig achten wir darauf, dass Glaube und praktische Hilfe zusammengehören – eine Ausbildung, ein Brunnen oder eine Mahlzeit predigen oft am überzeugendsten.

Pfingstkirchen im Überblick

Aspekt Kurzbeschreibung Bedeutung
Verbreitung Rund 11 % der Bevölkerung (Zensus 2014), Tendenz steigend Drittgrößte christliche Gruppe Ugandas
Spirituelle Praxis Geistestaufe, Heilungsgebet, lebendiger Lobpreis Unterscheidet sie von den traditionellen Kirchen
Gemeinschaft Enge soziale Netzwerke, gegenseitige Hilfe Soziales Auffangnetz, wo der Staat fehlt
Soziale Projekte Schulen, Waisenhäuser, Gesundheitsprogramme Wichtiger Träger von Bildung und Versorgung
Organisation Unabhängige Gemeinden unter Pastoren und Ältesten Flexibel, aber ohne einheitliche Aufsicht
Finanzierung Kollekten und Zehnter der Mitglieder Unabhängig vom Staat, abhängig von der Gemeinde

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Frage Antwort
Wie viele Pfingstler gibt es in Uganda? Beim Zensus 2014 bezeichneten sich rund 11 Prozent der Ugander als Pfingstler bzw. „Born-again“ – das entspricht heute mehreren Millionen Menschen, Tendenz steigend.
Was bedeutet „Balokole“? „Balokole“ heißt in der Sprache der Baganda „die Erretteten“ und bezeichnet in Uganda wiedergeborene Christen, insbesondere Mitglieder pfingstlicher Gemeinden.
Was unterscheidet Pfingstkirchen von der katholischen und anglikanischen Kirche? Pfingstkirchen betonen die persönliche Erfahrung des Heiligen Geistes – etwa Geistestaufe und Heilungsgebet – und sind als unabhängige Gemeinden ohne zentrale Hierarchie organisiert.
Warum wachsen Pfingstkirchen in Uganda so schnell? Sie bieten lebendige Gottesdienste, enge Gemeinschaft und praktische Hilfe im Alltag – und sprechen damit besonders die junge, schnell wachsende Bevölkerung an.
Wie finanzieren sich Pfingstkirchen in Uganda? Fast ausschließlich durch Spenden, Kollekten und den „Zehnten“ ihrer Mitglieder; staatliche Kirchenfinanzierung gibt es in Uganda nicht.
Engagieren sich Pfingstkirchen auch sozial? Ja, viele Gemeinden betreiben Schulen, Waisenhäuser und Gesundheitsprogramme und organisieren Nachbarschaftshilfe für Familien in Not.

Glaube, der Hände und Füße bekommt

In unserer Bibel- und Berufsschule in Bwembe lernen 30 junge Menschen biblische Grundlagen und zugleich ein Handwerk als Zimmerer oder Maurer – Glaube und Zukunftsperspektive gehören für uns zusammen.

Mehr über die Bibel- und Berufsschule