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Glossar zu Uganda

Islam in Uganda

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Kurz erklärt: Der Islam in Uganda ist nach dem Christentum die zweitgrößte Religion des Landes: Rund 14 % der Bevölkerung – etwa 6 bis 7 Millionen Menschen – sind Muslime. Besonders stark vertreten ist der Islam im Osten Ugandas und in der West-Nil-Region; im Alltag leben Muslime und Christen meist friedlich als Nachbarn zusammen.

Was bedeutet Islam in Uganda?

Der Islam gehört seit über 175 Jahren zu Uganda – er kam sogar früher ins Land als das Christentum. Ab den 1840er-Jahren brachten arabisch-swahilische Händler von der ostafrikanischen Küste den muslimischen Glauben an den Hof des Königreichs Buganda, wo König Mutesa I. zeitweise den Ramadan mitfeierte. Heute bekennen sich laut Volkszählung rund 14 % der Ugander zum Islam, die große Mehrheit sind Sunniten. Damit ist der Islam die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft nach dem Christentum, das etwa 84 % der Bevölkerung ausmacht.

Regional ist der Islam sehr ungleich verteilt: Schwerpunkte liegen im Osten des Landes – etwa in Busoga und rund um Mbale – sowie in der Region West-Nil im Nordwesten. Dachorganisation der Muslime ist der Uganda Muslim Supreme Council (UMSC) mit Sitz an der Gaddafi-Nationalmoschee in Kampala, einer der größten Moscheen Afrikas mit Platz für über 15.000 Gläubige.

Geschichte: Vom Königshof bis heute

Die Geschichte des Islam in Uganda ist wechselvoll. Nach der frühen Blüte am Buganda-Hof kam es in den 1880er-Jahren zu Religionskriegen zwischen Muslimen, Katholiken und Anglikanern, aus denen die christlichen Parteien als Sieger hervorgingen. In der britischen Kolonialzeit blieben Muslime vom Bildungssystem der Missionsschulen weitgehend ausgeschlossen – ein Rückstand, der bis heute nachwirkt. Unter Idi Amin (1971–1979), selbst Muslim aus West-Nil, erlebte der Islam eine kurze politische Aufwertung: Uganda trat 1974 der Organisation Islamischer Staaten bei. Nach Amins Sturz normalisierte sich das Verhältnis; heute sind Muslime in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fest verankert, und der Staat erkennt islamische Feiertage wie das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) und das Opferfest (Eid al-Adha) als nationale Feiertage an.

Religiöses Leben und Alltag

Wie überall strukturieren die fünf Säulen des Islam – Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten im Ramadan, Almosen und Pilgerfahrt – das religiöse Leben. In Uganda übernehmen Moscheen und islamische Schulen (Madrassas) darüber hinaus wichtige soziale Aufgaben: Sie sind Treffpunkte, Bildungsorte und Anlaufstellen in Notlagen. Mit der Islamic University in Uganda (IUIU) in Mbale betreibt die muslimische Gemeinschaft seit 1988 eine eigene Universität. Imame und der UMSC genießen hohes Ansehen – wer in Uganda Projekte umsetzt, tut gut daran, religiöse Führungspersonen aller Gemeinschaften einzubinden.

So erleben wir es vor Ort

Unsere Ganztagesschule mit Waisenheim liegt in Bwembe am Viktoriasee, also in der Busoga-Region, in der der Islam vergleichsweise stark vertreten ist. Im Dorfalltag erleben wir das Miteinander der Religionen als selbstverständlich: Muslimische und christliche Familien sind Nachbarn, kaufen auf denselben Märkten ein und schicken ihre Kinder in dieselben Schulen. Unser Verein arbeitet zwar auf christlicher Grundlage – mit Bibel- und Berufsschule zehn Gehminuten vom Schulgelände entfernt –, doch der respektvolle Umgang mit muslimischen Nachbarn gehört für unser Team vor Ort ganz natürlich dazu.

Islam in Uganda im Überblick

Aspekt Fakten Bedeutung
Anteil an der Bevölkerung Rund 14 % (ca. 6–7 Mio. Menschen), überwiegend Sunniten Zweitgrößte Religion nach dem Christentum
Ankunft im Land Ab ca. 1844 durch arabisch-swahilische Händler Älter als das Christentum in Uganda
Regionale Schwerpunkte Osten (Busoga, Mbale) und West-Nil im Nordwesten Große regionale Unterschiede im Alltag
Dachorganisation Uganda Muslim Supreme Council (UMSC), Kampala Zentrale Stimme der Muslime, Sitz an der Gaddafi-Moschee
Feiertage Eid al-Fitr und Eid al-Adha sind nationale Feiertage Staatliche Anerkennung des Islam
Bildung Madrassas, Islamic University in Uganda (Mbale, seit 1988) Eigene Bildungsstrukturen der Gemeinschaft

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Frage Antwort
Wie viele Muslime leben in Uganda? Rund 14 % der Bevölkerung sind Muslime, das entspricht etwa 6 bis 7 Millionen Menschen. Die große Mehrheit gehört dem sunnitischen Islam an.
Ist Uganda ein muslimisches Land? Nein, Uganda ist mehrheitlich christlich (rund 84 %). Der Islam ist aber die zweitgrößte Religion, und islamische Feiertage sind staatlich anerkannt.
Wann kam der Islam nach Uganda? Ab den 1840er-Jahren, durch arabisch-swahilische Händler am Hof des Königreichs Buganda – noch vor den christlichen Missionaren.
Wo leben die meisten Muslime in Uganda? Vor allem im Osten des Landes (Busoga-Region, Raum Mbale) sowie in der West-Nil-Region im Nordwesten, aus der auch Idi Amin stammte.
Leben Muslime und Christen in Uganda friedlich zusammen? Ja, im Alltag ist das Zusammenleben weitgehend friedlich; gemischte Nachbarschaften, Märkte und Schulen sind normal.
Was ist der Uganda Muslim Supreme Council? Der UMSC ist die Dachorganisation der Muslime Ugandas mit Sitz an der Gaddafi-Nationalmoschee in Kampala, einer der größten Moscheen Afrikas.

Bildung verbindet – über alle Religionen hinweg

In Bwembe am Viktoriasee betreiben wir eine Ganztagesschule mit Waisenheim für über 270 Kinder – mitten in einer Region, in der Christen und Muslime als Nachbarn leben. Sehen Sie selbst, was dort entsteht.

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