Teso-Region
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Kurz erklärt: Die Teso-Region ist eine Subregion im Osten Ugandas rund um die Städte Soroti und Kumi. Sie ist die Heimat der Iteso, die Ateso sprechen, und lebt vor allem von kleinbäuerlicher Landwirtschaft – bekannt ist Teso unter anderem für seinen Zitrusanbau.
Was ist die Teso-Region?
Die Teso-Region (englisch „Teso sub-region") liegt im Osten Ugandas, zwischen dem Kyogasee im Westen und der Region Karamoja im Nordosten. Sie umfasst mehrere Distrikte – darunter Soroti, Kumi, Katakwi, Amuria, Serere und Ngora – und ist eine der offiziellen Subregionen, in die Uganda statistisch gegliedert wird. Hier leben mehrere Millionen Menschen, die große Mehrheit davon auf dem Land.
Kulturell wird die Region von den Iteso geprägt, einem nilotischen Volk mit eigener Sprache (Ateso) und eigenen Traditionen. Anders als in weiten Teilen Zentralugandas, wo Bantu-Sprachen wie Luganda dominieren, gehört Ateso zur nilotischen Sprachfamilie – ein gutes Beispiel dafür, wie vielfältig Uganda sprachlich und kulturell ist.
Wovon die Menschen in Teso leben
Die Lebensgrundlage der allermeisten Familien ist die kleinbäuerliche Landwirtschaft. Angebaut werden vor allem Cassava (Maniok), Hirse, Sorghum, Erdnüsse, Mais und Süßkartoffeln; traditionell spielt auch die Rinderhaltung eine wichtige Rolle. Überregional bekannt ist Teso außerdem für seinen Obstanbau: Ein großer Teil der ugandischen Orangen und anderer Zitrusfrüchte stammt aus dieser Region, in Soroti wurde dafür sogar eine eigene Fruchtsaftfabrik errichtet.
Die Region hat allerdings schwere Jahrzehnte hinter sich: Viehdiebstähle bewaffneter Gruppen aus dem benachbarten Karamoja dezimierten die Rinderbestände, dazu kamen in den 1980er- und frühen 2000er-Jahren bewaffnete Konflikte sowie immer wieder Dürren und Überschwemmungen rund um den Kyogasee. Viele Familien mussten praktisch bei null neu anfangen – ein Grund, warum Teso bis heute zu den ärmeren Regionen Ugandas zählt.
Warum die Teso-Region für Entwicklungsarbeit wichtig ist
- Bildung: Schulen sind oft überfüllt und schlecht ausgestattet; viele Kinder brechen die Grundschule vorzeitig ab, weil Familien sich Schulgebühren, Uniformen und Material nicht leisten können.
- Wasser: In abgelegenen Dörfern fehlt vielerorts der Zugang zu sauberem Trinkwasser – Brunnenbau gehört daher zu den wirkungsvollsten Maßnahmen.
- Landwirtschaft: Programme für dürreresistentes Saatgut, Obstbaumkulturen und bessere Anbaumethoden stärken die Ernährungssicherheit von Kleinbauernfamilien.
- Wiederaufbau: Nach Jahrzehnten von Viehraub und Vertreibung brauchen viele Gemeinden Unterstützung, um wirtschaftlich wieder auf eigene Beine zu kommen.
Die Teso-Region im Überblick
| Aspekt | Kurzbeschreibung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Lage | Osten Ugandas, zwischen Kyogasee und Karamoja; Zentrum ist Soroti | Eine der offiziellen Subregionen Ugandas |
| Bevölkerung | Mehrheitlich Iteso, Sprache Ateso (nilotisch) | Eigene Kultur – wichtig für kultursensible Projektarbeit |
| Wirtschaft | Kleinbauern: Cassava, Hirse, Erdnüsse, Rinder; Zitrusanbau | Landwirtschaft ist Haupteinkommensquelle der Region |
| Geschichte | Viehraub aus Karamoja, Konflikte, Dürren und Fluten | Erklärt die bis heute hohe Armut in Teso |
| Entwicklungsbedarf | Bildung, sauberes Wasser, Ernährungssicherheit | Schwerpunkte vieler Hilfsprojekte in der Region |
Ein Blick aus unserer eigenen Arbeit
Unser Verein Get It Done arbeitet nicht in Teso, sondern weiter südlich: in Bwembe direkt am Viktoriasee, wo wir eine Ganztagesschule mit Waisenheim für über 270 Kinder betreiben. Die Herausforderungen sind aber dieselben wie in Teso – deshalb haben wir 2024 einen 30 Meter tiefen Trinkwasserbrunnen gebohrt und bauen auf eigenen Feldern unter anderem Cassava, Erdnüsse, Mais und Süßkartoffeln an: genau die Grundnahrungsmittel, die auch in Teso auf den Feldern stehen. Wer verstehen will, wovon ländliche Familien in Ostuganda leben, findet in beiden Regionen ein sehr ähnliches Bild.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wo liegt die Teso-Region in Uganda? | Im Osten Ugandas, zwischen dem Kyogasee und der Region Karamoja. Das wirtschaftliche Zentrum ist die Stadt Soroti. |
| Welche Distrikte gehören zur Teso-Region? | Unter anderem Soroti, Kumi, Katakwi, Amuria, Serere, Ngora, Bukedea und Kaberamaido – die genaue Zahl hat sich durch Distriktteilungen mehrfach erhöht. |
| Wer lebt in der Teso-Region? | Vor allem die Iteso, ein nilotisches Volk mit eigener Sprache (Ateso) und eigenen kulturellen Traditionen. |
| Wovon leben die Menschen in Teso? | Überwiegend von kleinbäuerlicher Landwirtschaft: Cassava, Hirse, Erdnüsse, Mais und Rinderhaltung. Bekannt ist Teso zudem für seinen Orangen- und Zitrusanbau. |
| Warum gilt die Teso-Region als arm? | Jahrzehnte von Viehraub, bewaffneten Konflikten, Dürren und Überschwemmungen haben viele Familien ihre Existenzgrundlage gekostet – der Wiederaufbau dauert bis heute an. |
| Was hilft in der Teso-Region am meisten? | Zugang zu Bildung und sauberem Wasser sowie Programme, die Kleinbauern stärken – idealerweise gemeinsam mit den Dorfgemeinschaften geplant und umgesetzt. |
Lesetipps
Ostuganda konkret erleben
Vieles, was die Teso-Region prägt – Kleinbauern, Wassermangel, fehlende Schulplätze – erleben wir bei unserer Arbeit am Viktoriasee jeden Tag. Auf unserem Center-Land in Bwembe zeigen wir, wie Schule, Brunnen und eigene Felder zusammen einen Unterschied machen.
Unser Center-Land ansehenGet It Done in Uganda: Für Kinder in Uganda spenden · Schule in Uganda unterstützen · Unser Waisenheim in Uganda
