office@verein-getitdone.org

Glossar zu Uganda

Berggorillas in Uganda

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Kurz erklärt: Berggorillas in Uganda sind eine stark bedrohte Menschenaffen-Unterart, von der weltweit nur noch rund 1.000 Tiere leben – etwa die Hälfte davon im ugandischen Bwindi-Nationalpark und im Mgahinga-Gebiet. Sie bewohnen die feuchten Bergwälder im Südwesten des Landes. Der behutsam gelenkte Gorilla-Tourismus finanziert heute ihren Schutz und bringt vielen Dorfgemeinschaften ein Einkommen.

Was sind Berggorillas in Uganda?

Berggorillas (Gorilla beringei beringei) sind eine seltene, vom Aussterben bedrohte Unterart des Östlichen Gorillas. Sie kommen ausschließlich in den nebelverhangenen Bergwäldern an der Grenze von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo vor – in Uganda vor allem im Bwindi-Nationalpark und am Fuß der Virunga-Vulkane im äußersten Südwesten. Anders als andere Gorillas leben sie nie in Zoos: In Gefangenschaft überleben Berggorillas nicht, deshalb ist der Schutz ihres wilden Lebensraums die einzige Möglichkeit, die Art zu erhalten.

Für Uganda sind die Tiere weit mehr als eine biologische Besonderheit. Sie zählen zu den größten Touristenmagneten des Landes und sind damit eine wichtige Devisenquelle. Weil ihr Schutz nur gelingt, wenn die umliegenden Gemeinden davon profitieren, sind Berggorillas zu einem Musterbeispiel dafür geworden, wie Naturschutz und Entwicklung zusammenwirken können.

Lebensweise und Gorilla-Schutz

Berggorillas leben in stabilen Familiengruppen von meist 5 bis 30 Tieren, die von einem dominanten „Silberrücken" – einem ausgewachsenen Männchen mit silbergrauem Rückenfell – geführt werden. Sie ernähren sich fast rein pflanzlich von Blättern, Stängeln, Mark und Wildfrüchten und legen jeden Abend ein neues Schlafnest an. Ausgewachsene Silberrücken werden bis zu 200 Kilogramm schwer, gelten aber als überwiegend friedliche Pflanzenfresser.

Der Schutz erfolgt über streng bewachte Nationalparks, Anti-Wilderei-Patrouillen und ein sanft dosiertes Besuchsmodell: Nur wenige an Menschen gewöhnte („habituierte") Gruppen dürfen täglich von kleinen, teuer bezahlten Besuchergruppen für maximal eine Stunde und aus mehreren Metern Abstand besucht werden. Weil Berggorillas menschliche Krankheiten wie Erkältungen oder Grippe leicht anstecken können, gelten strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Ein fester Anteil der Einnahmen fließt an die Anrainergemeinden zurück – ein Anreiz, der Wilderei und Rodung deutlich reduziert hat.

Bedeutung für Uganda und die Gemeinden

  • Ein einziges Gorilla-Trekking-Permit kostet mehrere Hundert US-Dollar; ein Teil davon finanziert Schulen, Straßen und Gesundheitsposten in den Dörfern rund um die Parks.
  • Ehemalige Wilderer werden zu Rangern, Trägern und Führern ausgebildet und finden so ein legales Einkommen im Naturschutz.
  • Programme zur nachhaltigen Landwirtschaft senken den Druck, immer tiefer in den Wald vorzudringen, und schützen so den Lebensraum der Gorillas.

So ordnen wir das ein

Der Bwindi-Nationalpark liegt im Südwesten Ugandas, mehrere Hundert Kilometer von unserem Projektstandort entfernt: Get It Done betreibt seine Ganztagesschule und das Waisenheim in Bwembe direkt am Viktoriasee im Süden des Landes. Mit den Berggorillas haben wir vor Ort also nichts unmittelbar zu tun. Was uns die Geschichte der Gorillas dennoch zeigt: Auch in Uganda kann Verantwortung für Menschen und Natur zusammengehen – so wie wir mit eigenen Feldern, einem Trinkwasserbrunnen und einer kleinen Hühnerfarm versuchen, Bildung und nachhaltige Versorgung zu verbinden.

Aspekte der Berggorillas im Überblick

Aspekt Kurzbeschreibung Relevanz
Lebensraum Waldgebiete in den Bergregionen Ugandas Grundlage für das Überleben der Art
Bedrohungen Wilderei, Lebensraumverlust, Krankheiten Hauptgründe für den Rückgang der Population
Naturschutz Schutzgebiete und Anti-Wilderei-Patrouillen Erhaltung der Art und ihres Lebensraums
Gemeindebeteiligung Einbindung der lokalen Bevölkerung in Schutzmaßnahmen Fördert nachhaltige Entwicklung und Akzeptanz
Ökotourismus Beobachtungstourismus als Einnahmequelle Unterstützt Naturschutz und lokale Wirtschaft

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Frage Antwort
Wo leben Berggorillas in Uganda? Im äußersten Südwesten des Landes – vor allem im Bwindi-Nationalpark und im Mgahinga-Gebiet an der Grenze zu Ruanda und dem Kongo.
Wie viele Berggorillas gibt es noch? Weltweit leben nur noch rund 1.000 Berggorillas, etwa die Hälfte davon in Uganda. Dank Schutzmaßnahmen wächst die Population wieder leicht.
Kann man Berggorillas in Uganda beobachten? Ja, per Gorilla-Trekking mit kostenpflichtigem Permit. Pro Tag darf nur eine kleine Gruppe eine Stunde lang eine habituierte Gorillafamilie besuchen.
Warum sind Berggorillas so stark bedroht? Lebensraumverlust durch Rodung, Wilderei und für Menschen harmlose Krankheiten, die für Gorillas tödlich sein können, gefährden die kleinen Bestände.
Wie hilft der Gorilla-Tourismus den Menschen vor Ort? Ein Teil der Permit-Einnahmen fließt an die Anrainergemeinden und finanziert Schulen, Wege und Gesundheitsstationen – Naturschutz und Entwicklung greifen ineinander.

Bildung, die Zukunft schafft

Wie beim Schutz der Berggorillas gilt auch bei uns: Nachhaltige Entwicklung gelingt nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Get It Done gibt über 270 Kindern am Viktoriasee Schule, Nahrung und ein Zuhause.

Unser Center-Land entdecken